Gesellschaft / Politik

Mehr als einmal um die ganze Welt: Der Weg einer Jeans

Wusstet ihr, dass die Strecke, die eine Jeans, bevor sie in das Geschäft kommt und verkauft wird, einen Weg zurücklegt, der länger ist, als einmal um den Erdball?
Heute möchten wir euch die einzelnen Schritte erklären und zeigen, wie eine Jeanshose hergestellt wird. Viele Menschen tragen gerne Jeans, wissen aber gar nicht, wie umweltschädlich Jeans wirklich sein können. Eine Jeans verbraucht bei der Herstellung insgesamt bis zu 8.000 Liter Wasser, was ein großes Problem ist, weil es zu Abwasserbelastungen kommen kann. Außerdem sterben Bienen und andere Insekten durch unkontrollierten und umweltschädlichen Pestizid-Einsatz. Jeanshosen werden oft aus Baumwolle hergestellt. Ohne Pestizide verderben 80% der Ernten. Der Einsatz von chemischen Mitteln ist jedoch ebenfalls schädlich für die Umwelt. Wie ihr seht, sind unsere Jeanshosen eine ziemlich große Herausforderung für die Umwelt. Und auch die Transportwege der Jeans verursachen einen hohen CO2-Ausstoß. Es gibt aber auch Bio-Baumwolle, die nicht umweltschädlich ist. Es ist eine Möglichkeit, eine Jeans aus Bio-Baumwolle im Gegensatz zu normaler Baumwolle herzustellen, da der Bio-Stoff keine Pestizide benötigt und dadurch die Umwelt nicht schadet.

Kommen wir zu den einzelnen Ländern, die eine Jeans im Laufe ihres Herstellungsprozesses besucht: Der erste Schritt ist der Anbau und die Ernte der Baumwolle. Dieser Prozess findet häufig in Indien statt. Nach der Ernte wird in der Türkei die Baumwolle zu Garn gesponnen. In China wird das Garn mit viel Wasser und Chemikalien eingefärbt. Die Weltreise geht weiter nach Polen. In der Weberei wird das Garn zu Jeansstoff verarbeitet. Anhand des Schnittmusters werden alle Teile der Jeans in dem Stoff geschnitten und anschließend zusammengenäht. Zum Schluss wird die Jeans veredelt, dafür wird oft die Sandstahltechnik verwendet, welche sehr gefährlich ist. Die Arbeiter sind direkt dem Quarzstaub ausgesetzt. Das Einatmen dieser Stoffe kann zu Silikose oder Lungenkrebs führen. In einem nächsten Schritt geht es weiter nach Griechenland. Dort werden die Jeans gewaschen, damit zumindest ein Teil der gesundheitsschädlichen Chemikalien entfernt werden, bevor sie im Laden oder in Onlineshops verkauft wird.
So kann also die Reise einer Jeans aussehen, die eine Strecke von 56.300km zurücklegt hat.

Nachdem wir die dann Jeans gekauft haben, tragen wir sie eine Weile, bis sie uns nicht mehr gefällt oder sie vielleicht ein kleines Loch hat, weshalb wir sie dann in den Müll schmeißen und uns eine neue coole Jeans kaufen, die wieder mehr als einmal um die Erde gereist ist.

Es gibt aber auch andere Möglichkeiten, eine Jeans zu verändern und weiter nutzen zu können. Beispielsweise kann man daraus einen Rucksack oder eine Jacke nähen oder den Schnitt der Jeans verändern. Es besteht die Möglichkeit, die Jeanshosen in Secondhand-läden oder auf Onlineplatformen weiter zu verkaufen.

Welche Gedanken habt ihr zu diesem Thema? Dürfen wir überhaupt noch Jeans tragen? Habt ihr weitere Ideen für die Verwendung von Jeans, die ihr nicht mehr tragt? Hinterlasst uns gerne einen Kommentar zu dieser Frage!

Quellen:

  • FEMNET Infoblatt Baumwolle
  • https://www.lena.de/alltag/der-weg-der-jeans
  • https://www.swrfernsehen.de/marktcheck/nachhaltig-kleidung-100.html
  • http://cottonupguide.org/de/gruende-fuer-die-beschaffung-von-nachhaltiger-baumwolle/anbau-von-baumwolle-herausforderungen/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.