Gesellschaft / Politik / Weltgeschehen

Wer regiert die Welt?

Natürlich hat jeder schon einmal die Namen der einflussreichsten Staatsoberhäupter der Welt
gehört. In den Nachrichten bekommt man so einiges mit über Wahlen, Staatsbesuche oder Reden in
anderen Ländern. Doch wer sind die Menschen wirklich, die so viel Macht und Verantwortung
besitzen? Was für eine Politik machen sie, wie ist ihr Ruf innerhalb sowie außerhalb ihres Staates
und welche Skandale wurden vielleicht schon aufgedeckt?
Hier stellen wir die drei mächtigsten Staatsoberhäupter weltweit vor (gemessen am
Bruttoinlandsprodukt der Staaten im Jahr 2020).

Die USA – Joe Biden

Der 79 Jährige Demokrat Joe Biden ist seit Januar 2021 Präsident der USA. Vor seinem Amtsantritt war er schon einmal Vizepräsident und gehörte von 1973 bis 2009 dem Senat der Vereinigten Staaten an. Als Nachfolger von Donald Trump machte er als erste Amtshandlung mehrere Verfügungen rückgängig, die der ehemalige Präsident in seiner Amtszeit erlassen hatte. So stoppte
Biden den Bau der Mauer zwischen den USA und Mexico, verordnete den Wiederbeitritt zum Klimaschutz-Übereinkommen von Paris, den Eintritt in die Weltgesundheitsorganisation WHO und
machte mehrere Einreisebeschränkungen rückgängig.

Weitere Amtshandlungen Bidens sind die Anhebung der Obergrenze der Flüchtlingsaufnahme in den USA, die drastische Einschränkung von Kampfdrohneneinsätzen und eine Maskenpflicht auf Gelände, für welches die Regierung zuständig ist. Außerdem dürfen unter seiner Regierung auch wieder Transgender Soldaten in das Militär.

Kritisiert wurde Bidens Corona Politik, da er zunächst keinen AstraZeneca Impfstoff an andere
Länder abgab. Erst nachdem die Versorgung der Amerikaner sichergestellt sei, so Biden, werde der
Überschuss an die restliche Welt verteilt. Im April 2021 kündigte er diese Verteilung dann an. Doch
auch für die Corona Maßnahmen innerhalb der USA gab es Kritik. Der Abzug der US-Amerikanischen Truppen aus Afghanistan im Mai bis September 2021 schädigte Joe Bidens Ruf weiter. Laut einer Umfrage der Washington Post und des Senders ABC sank die Zufriedenheit der Amerikanischen Bürger mit Bidens Politik. Weniger als die Hälfte der Befragten waren der Meinung, er würde einen guten Job machen. Nur der Ex-Präsident Trump erreichte damals schlechtere Umfragewerte.
Der Anstieg der Inflationsrate in den USA ist noch ein Grund für die Unzufriedenheit vieler Bürger.
Sie kritisieren die Wirtschaftspolitik unter Biden, obwohl die Arbeitslosenquote niedrig und die
Kinderarmut um 40 Prozent zurückgegangen ist. Ihrer Meinung nach kümmere sich Biden zu wenig
um die steigenden Preise.

Privat hat der Präsident schon viele Schicksalsschläge erlitten. Bidens erste Ehefrau kam zusammen
mit Tochter Naomi bei einem Autounfall ums Leben und sein Sohn Joseph Robinette III starb 2015
an einem Gehirntumor. Zwei Kinder Bidens leben heute noch (Robert Hunter Biden und Ashley Biden) und er ist Großvater von sieben Enkelkindern.

China – Xi Jinping

Xi Jinping ist 1953 in Peking geboren und seit 2013 Staatspräsident der Volksrepublik China. Sein
Vater, Xi Zhongxun, war ein erfolgreicher Politiker. Xi wuchs zunächst in einem eher wohlhabenden Zuhause auf, bis sein Vater verhaftet wurde und sich seine Schwester daraufhin das Leben nahm. Der 68 Jährige diente im zweiten Weltkrieg und im Chinesischen Bürgerkrieg als Kommandeur und machte später politische Erfahrungen unter anderem als Gouverneur von Fujian.

Momentan ist er mit seiner zweiten Frau Peng Liyuan verheiratet und hat eine 30 Jahre alte Tochter.
Er wurde nicht vom Volk gewählt, denn in China regiert die Kommunistische Partei Chinas (KPCh)
dem Demokratieindex nach autoritär. Es finden keine Volkswahlen in China statt. Die Partei, die zu
der zweitgrößten Partei der Welt zählt, ernennt die Staatspräsidenten.

Xi Jinping und die KPCh stehen in vielen Ländern unter Kritik, es werden ihnen Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Demnach werden AktivistInnen willkürlich verhaftet,
Geständnisse im Staatsfernsehen erzwungen und Organisationen eingeschränkt, die nicht von der
Regierung kontrolliert werden. 2017 wurde ein Brief an China versendet, in denen 11 Staaten unter
anderem eine Untersuchung der Folterberichte fordern, die über China bekannt wurden.

Xi Jinping, der auch „Oberster Führer“ genannt wird, setzt sich für die Unterdrückung von Uiguren,
einer religiösen Minderheit, in China ein. Er führte außerdem das Sozialkredit-System ein. Dabei wird das Verhalten aller BürgerInnen mit Punkten bewertet. Wer sich regelkonform und den Werten der Partei nach gut verhält, wird mit Punkten belohnt. Ehrenamtlicher Einsatz zählt zum Beispiel als Pluspunkt. Über wen allerdings schlechtes Verhalten ans Licht kommt, dem werden Punkte abgezogen. Die eigene Stellung im Sozialkredit-System wirkt sich dann zum Beispiel auf die Reisefreiheit oder die Qualität der gekauften Zugplätze aus. Dadurch, dass jeder den eigenen Punktescore einsehen kann, wird Angst vor öffentlicher Bewertung und sozialer Ächtung geschürt. Das Sozialkredit-System kann in dem Maße nur mithilfe von großflächiger Videoüberwachung stattfinden, die Xi ebenfalls förderte. Schätzungen zufolge sind in China um die 600 Millionen Kameras an öffentlichen Plätzen und Straßen installiert.

Die Zensur in China wird als problematisch beschrieben. In der Rangliste der Pressefreiheit von
Reportern ohne Grenzen belegte China den drittletzten Platz. Xi Jinping verlängerte die mögliche Amtszeit des Präsidenten von 10 Jahren auf lebenslänglich, er kann also sein Leben lang Präsident bleiben, wenn er und die KPCh das wollen. Außerdem ist die freundschaftliche und enge Beziehung zwischen Xi Jinping und Wladimir Putin allgemein bekannt.

Japan – Fumio Kishida

Der Ex-Außenminister Japans, Fumio Kishida, wurde im Oktober 2021 vom Parlament zum 100.
Premierminister gewählt. Sein Vorgänger war freiwillig aufgrund von schlechten Umfragewerten
abgetreten.

Fumio Kishida ist 1957 in Shibuya, einem Teil Tokios, geboren und verbrachte einige Zeit in Hiroshima, wo zwölf Jahre zuvor eine Atombombe abgeworfen wurde. Mehrere seiner Familienmitglieder starben infolge der Katastrophe. Weil er sich den schlimmen Auswirkungen des Bombenabwurfes seit Kindesalter bewusst ist, setzt er sich für eine Welt ohne Atomwaffen ein. Mit der Corona-Pandemie hatte Kishida gleich nach Amtsantritt eine große Aufgabe zu bewältigen. Er zählt dabei auf strengste Grenzschließungen, um Ansteckung zu verhindern. Diese Strategie wird von vielen kritisiert, da die Wirtschaft unter der Abschottung des Landes leidet. Außerdem haben selbst Familienangehörige und EhepartnerInnen der EinwohnerInnen Probleme, einzureisen. In Kombination mit einer guten Impfquote von über 80% scheint Kishidas Plan jedoch aufzugehen und die Corona-Fallzahlen in Japan halten sich in Grenzen.

Kishida ist gegen ein Gesetz, welches LGBTQ+ Paaren in Japan die gleichen Rechte wie heterosexuellen Paaren zusprechen könnte. Die Heirat zwischen zwei Menschen gleichen Geschlechts ist in Japan nicht erlaubt.

Kishida kommt aus einer Politikerfamilie, denn sein Vater sowie Großvater waren ebenso Politiker
in Japan. Mit seiner Frau Yuko Kishida hat er drei Söhne. Seine Beliebtheit unter den Japanern hält sich in Grenzen, der Politiker Tarō Kōno wird für einen besseren Kandidaten als Premierminister gehalten. Das liegt vermutlich auch daran, dass Kōno präsenter in der Öffentlichkeit ist. Kishida teilt nicht viel von sich auf Social Media und ist vor seinem Antritt als Premierminister nicht viel aufgefallen. Ruhig und ausgeglichen hebt er sich von den anderen Politikern ab, indem er nie ausfallend oder laut wird.

Quellen:

  • deutschlandfunk.de
  • merkur.de
  • faz.net
  • fr.de
  • de.statista.com
  • humanrights.ch
  • secinfinity.net
  • br.de
  • tonline.de
  • bpb.de
  • tagesschau.de
  • sueddeutsche.de
  • tokyoweekender.com
  • japandigest.de
  • asahi.com
  • munzinger.de
  • nd-aktuell.de
  • en.wikipedia.org/wiki/Fumio_Kishida
  • derstandard.de
  • de.wikipedia.org/wiki/Kommunistische_Partei_Chinas
  • de.wikipedia.org/wiki/Xi_Jinping
  • de.wikipedia.org/wiki/Joe_Biden
  • en.wikipedia.org/wiki/Yuko_Kishida

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